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Portrait

Berühmt durch ihre Buntstiftzeichnungen in Poesie-Alben von Mitschülerinnen entdeckte Gabriele Lauther erst am Gymnasium ihrer Heimatstadt Heidelberg ihr Interesse an der Kunst durch ihren genialen Kunstlehrer. Er führte sie ein in die Farbenlehre sowie in bildnerische Gesetze und belohnte sie mit „sehr gut“. Ihre Neugier war geweckt, verschiedene Techniken der Bildwiedergabe zu erforschen. Während der ersten Berufstätigkeit in Fernmeldetechnik besuchte sie Kurse in Aquarell, Zeichnen und dem Handwerk Steindruck. Mehrere Stillleben und Portraits entstanden. 1972 startete sie endlich über den 2. Bildungsweg das Studium an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit Kunstpädagogik im Hauptfach. Ihr Lieblingsplatz dort war das offene Atelier mit einer großen, alten Druckerpresse. Unter anderem wurden Linol- und Pappdruck, Lithografie und Schablonendruck zu ihren Favoriten beim Experimentieren. Das Handwerkliche begeisterte sie, Motive waren weniger wichtig, oft durch Schallplattenhüllen inspiriert!

Statt Malen nach der Natur benutzte sie lieber den Fotoapparat. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über die Bedeutung der Perspektive in der Malerei der Renaissance in Deutschland, wobei das Rekonstruieren und Perspektivisches Zeichnen Thema war.

Nach einer kurzen Zeit als engagierte Lehrerin, sah sie sich gezwungen neue Aufgaben zu finden, was sie viele Jahre ins Ausland verschlug. Sie erlernte weitere Techniken während einer Heimerzieher-Ausbildung in der Schweiz, wie z. B. Buchbinden, Papierschöpfen, Stein- und Tonarbeiten, Holzdruck. Einige Werke entstanden u. a. ein Indianerkopf aus Jurakalk und ein Selbstbildnis aus Ton.

Erst Jahre später, nachdem sie Mutter von zwei Söhnen war und als Hausmutter mit Behinderten gelebt hatte, fand sie in Offenburg, ihrer neuen Heimat, zur Kunst zurück. Sie besuchte hier die ersten fünf Jahre (1995-1999) das Abendstudium an der Kunstschule, wo sie erstmals wieder kontinuierlich an einem Jahresthema arbeiten konnte. Von nun an wurden die Motive immer wichtiger, vom Gegenständlichen, der Figur Mann/ Frau bis hin zur monochromen Darstellung eines inneren Zustands, Beziehungen, den Temperamenten, den Elementen oder Himmel und Erde. Die letzten zwei Jahre des Begleiteten Freistudiums mit Rainer Braxmaier (Künstler aus Oberkirch) waren der Durchbruch und Befreiung zugleich. Die Malgründe sind bis heute am liebsten Hartholz und selbstgebaut oder Graupappe, ihr Malmittel ist Acryl, aber auch Öl und Pigmente oder Pastellkreide und Kohle finden Verwendung. Langsam werden die Werke größer und die Themen handeln immer wieder von Menschen und ihrer Psyche. Malen als Therapieersatz, was ihre Ausbildung als Gesundheitspraktikerin für Persönlichkeitsbildung und Individualität sowie in Körpertherapie widerspiegelt.

In ihrem ersten eigenen Atelier im MK2 Offenburg malte sie an einer Reihe von Schwarz-Weiß-Portraits ihrer Lieblingsmusiker auf Holzkisten vom Sperrmüll. Sie sammelt Verpackungsmaterialien wie gleichgroße Pappen, die sie frei bemalt und mit Kohlezeichen bestückt. Zurzeit experimentiert sie mit Schütten verschiedener Flüssigkeiten und Naturmaterialien, um der geheimnisvollen Alchimie auf die Schliche zu kommen.